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Anfechtungsberechtigte und Anfechtungsfrist

Es ist möglich, eine aufgrund von Ehe oder Anerkennung bestehende Vaterschaft anzufechten. Berechtigt zur Anfechtung der Vaterschaft sind

  • der gesetzliche Vater (z.B. weil er bei Geburt mit der Kindesmutter verheiratet war),
  • der biologische Vater,
  • die Kindesmutter,
  • Minderjährige Kinder und gesetzliche Vertreter (ggf. ein Ergänzungspfleger),
  • volljährige Kinder,
  • eine anfechtungsberechtigte Behörde.

Die Frist der Vaterschaftsanfechtung beträgt grundsätzlich zwei Jahre. Sie beginnt ab Kenntnis der Umstände, die gegen die Vaterschaft sprechen. Da die Anfechtungsmöglichkeit bei den oben genannten berechtigten Personen erst ab bestimmten Zeitpunkten überhaupt möglich ist, lässt sich der Fristbeginn nicht immer ohne weiteres bestimmen. Wenn wir Ihren Sachverhalt kennen, können wir Ihnen genau sagen, ob Sie noch innerhalb der Frist sind und einen gerichtlichen Antrag einreichen können.

Wirkungen der Anfechtung

Mit Rechtskraft der Anfechtung der Vaterschaft entfällt die bislang rechtliche Vaterschaftsvermutung. Rechtliche Verpflichtungen daraus, wie die Verpflichtung zur Zahlung von Unterhalt entfallen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Rückforderung von Unterhalt von dem biologischen Vater oder Schadensersatzansprüche gegen die Kindesmutter möglich. Des Weiteren kann es auch zur Folge haben, dass die Staatsangehörigkeit rückwirkend entfällt, wenn das Kind diese allein vom Anfechtungskläger herleitet.

Da der biologische Vater aber nicht allein für ein „vaterloses Kind“ sorgen kann, ist mit seinem Begehren zur Anfechtung der  bestehenden Vaterschaft immer auch der Antrag auf gerichtliche  Feststellung seiner eigenen Vaterschaft zu stellen. Die Voraussetzungen für den biologischen Vater sind höher angesetzt, da die Gesetzgebung verhindern will, dass ein sozial intakter Familienverbund ohne weiteres aufgehoben werden kann.

Abstammungsklärung ohne Statuswirkung

Nicht zu verwechseln mit einem Verfahren zur  förmlichen und statuswirksamen  Vaterschaftsanfechtung ist die Frage nach der Überprüfung der Identität von rechtlicher mit biologischer Vaterschaft. Um den häufig heimlich eingeholten Vaterschaftsgutachten begegnen zu können, besteht die Möglichkeit seit April 2008, die Vaterschaft auch durch Abstammungsgutachten überprüfen zu können. Hierzu haben sowohl der rechtliche Vater, die Mutter, wie auch das Kind gegenüber den jeweiligen beiden anderen Familienmitgliedern Anspruch, die tatsächliche Abstammung überprüfen zu lassen. Es sind keine besonderen Fristen einzuhalten. 

Dem nur biologischen Vater steht diese Möglichkeit  nach wie vor nicht offen. Für ihn gibt es nur die Möglichkeit, die Vaterschaft des anderen Mannes unter Einhaltung der Anfechtungsfrist anzufechten und in diesem Verfahren die Abstammung inzident überprüfen zu lassen, um dann selbst die rechtliche Vaterrolle durch gerichtliche Feststellung  zu übernehmen.

Kosten der Vaterschaftsanfechtung

Die durch ein solches Verfahren entstehenden Kosten können nicht pauschal bestimmt werden, da diese Verfahren oft sehr aufwendig sind und gegebenenfalls auch die Einholung von Abstammungsgutachten erforderlich machen. In einem persönlichen Gespräch mit Ihnen können wir Ihnen aber eine grobe Schätzung der Kosten geben, insbesondere über die Kosten eines Abstammungsgutachtens.

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SYLVETTE WESTENDORP
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