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Durch Ehevertrag können Sie abweichend von den gesetzlichen Regelungen Bestimmungen treffen, die sowohl für die Zeit der Ehe als auch für den Fall der Scheidung gelten sollen.

Vertrag kommt von Vertragen

und kann daher späterem Streit und Rechtsunsicherheit vorbeugen.

Ein solcher Vertrag kann jedoch der richterlichen Kontrolle unterliegen, so dass die Regelungen so zu treffen sind, dass der Vertrag nicht einen Ehegatten einseitig benachteiligt und damit als sittenwidrig und unter Umständen von Anfang an nichtig anzusehen ist. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den Vertrag von einem im Familienrecht spezialisierten Anwalt entwerfen zu lassen, der aufgrund seiner Erfahrung und seines Spezialwissens beurteilen kann, wie die Regelungen ausgewogen gestaltet werden müssen, damit der Vertrag auch noch nach Jahren seine Wirksamkeit behält.

Des Weiteren müssen bestimmte Regelungen zwischen Eheleute durch notariellen Vertrag geregelt werden, damit sie wirksam sind. Dies gilt für den nachehelichen Unterhalt, die Änderung des gesetzlichen Güterstandes der Zugewinngemeinschaft sowie für Regelungen zum Versorgungsausgleich.

Alle anderen Regelungsbereiche wie Trennungs- und Kindesunterhalt, Umgang und die Verteilung von Haushaltsgegenstände bedürfen keiner besonderen Form.

Nicht selten kommt es in Ehen vor, dass ein Ehepartner mehr Vermögen hat als der andere oder eine Erbschaft oder Schenkung zu erwarten ist, die in der Familie des jeweiligen Ehegatten bleiben soll.

Um hier eine klare Vermögenstrennung herbeizuführen, haben die Eheleute statt des gesetzlichen Güterstandes der Zugewinngemeinschaft, die mit Eheschließung entsteht, soweit man diese nicht vertraglich abbedungen hat, die Möglichkeit durch notariellen Ehevertrag die Gütertrennung zu vereinbaren.

Oftmals besteht die irrige Annahme, dass bei dem gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft alle während der Ehe angeschafften Vermögenswerte immer gemeinsames Eigentum werden. Das trifft nicht zu. Tatsächlich wird bei der Zugewinngemeinschaft nur der Wertzuwachs der Vermögenswerte jedes einzelnen Ehegatten am Ende der Ehegemeinschaft ermittelt und dann ausgeglichen. Bei der Gütertrennung findet dieser Ausgleich nicht statt. Jeder verwaltet sein Vermögen allein und ist auch nicht verpflichtet, bei Verfügungen über sein Vermögen im Ganzen die Zustimmung des anderen Ehegatten gemäß § 1365 BGB einzuholen.

Da die Gütertrennung im Gegensatz zur Zugewinngemeinschaft zu einer Kürzung des Erbrechtsanteils eines Ehegatten führt, wird gerne die modifizierte Zugewinngemeinschaft als moderatere Lösung gewählt: Wird die Ehe durch Scheidung beendet, findet am Ende der Ehe kein Zugewinnsaugleich steht, endet die Ehe durch den Tod des anderen Ehegatten, bleibt es bei der Zugewinngemeinschaft. Diese Güterstandsregelung ist wohl die Beliebteste, da sie beide Möglichkeiten der Beendigung einer Ehe interessengerecht regelt.

Die Kosten für die Vereinbarung einer Gütertrennung oder modifizierte Zugewinngemeinschaft richten sich nach den Vermögenswerten bei Abschluss des Ehevertrages. Diese bilden den Geschäftsgegenstand, wonach die anwaltlichen und notariellen Gebühren berechnet werden.


Die Änderung des gesetzlichen Güterstandes kann noch nachträglich, d.h. nach Eheschließung bis zur Rechtskraft der Scheidung vereinbart werden. Bei erfolgter Trennung ist dies oftmals sinnvoll, um zu verhindern, dass man weiter der Verfügungsbeschränkung des § 1365 BGB unterliegt.

Auf den Versorgungsausgleich wirkt sich die Gütertrennung nicht aus. Neben der Vereinbarung der Gütertrennung kann der Versorgungsausgleich aber in der gleichen Urkunde mitausgeschlossen werden.

Sollte dies gewünscht sein, muss auch hier wieder überprüft werden, ob nicht dadurch eine einseitige Benachteiligung eines Ehegatten erfolgt, die zu einer Sittenwidrigkeit des Ehevertrages und damit zu seiner Unwirksamkeit führen kann.

Um zu erfahren, ob für Sie ein Ehevertrag sinnvoll ist, insbesondere die Vereinbarung einer Gütertrennung statt der Zugewinngemeinschaft, empfehlen wir Ihnen dringend ein ausführliches Beratungsgespräch aufgrund der Schwierigkeit, einen Ehevertrag so zu gestalten, dass er wirksam bleibt. Wir würden Sie daher bitten, entweder im Sekretariat einen Termin unter der Telefonnummer 089/ 45 24 14 910 zu vereinbaren mit dem Hinweis, dass es sich um eine Beratung für einen Ehevertrag handelt, die erfahrungsgemäß mehr Zeit in Anspruch nimmt, oder Sie melden sich über das Kontaktformular und wir rufen Sie zeitnah zurück.


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Fachanwältin für Familienrecht
Rechtsanwältin und Mediatorin

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