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Scheidung München - Zeitpunkt, Verfahren, Kosten einer Scheidung

Paare, die sich trennen, sind oft in dem Irrglaube, dass mit der Trennung die Scheidung oder ein sog. Trennungsantrag bei Gericht eingereicht werden muss. Letzteres gibt es nicht und der Scheidungsantrag kann regelmäßig frühestens zwei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres gestellt werden.

Dadurch wollte der Gesetzgeber sicherstellen, dass keine unüberlegten und vorschnellen Entscheidungen getroffen werden - insbesondere wenn Kinder betroffen sind.

Braucht es für die Scheidung einen Scheidungsanwalt bzw. Fachanwalt für Familienrecht?

Die Einreichung des Scheidungsantrages kann durch jeden zugelassenen Rechtsanwalt erfolgen. Da bei Einreichung des Scheidungsantrages nicht nur die Zuständigkeit des richtigen Gerichts geklärt werden muss, sondern auch welches materielle Recht für die einzelnen Scheidungsfolgen relevant ist, ist es sinnvoll, einen Scheidungsanwalt bzw. Fachanwalt für Familienrecht einzuschalten, weil er sich schwerpunktmäßig damit beschäftigt und damit in der Regel auch sofort informiert ist, wenn es für Ihren Fall relevante Gesetzesänderungen gibt.

Folgesachen bei endgültiger Trennung

Im Rahmen einer Scheidung München sollen auch die Folgesachen einer Scheidung geregelt werden. Eine Verpflichtung dazu besteht aber nicht.

Folgesachen sind:

- nachehelicher Ehegattenunterhalt
- Kindesunterhalt
- Zugewinnausgleich
- elterliche Sorge
- Aufenthaltsbestimmungsrecht
- Umgangs- bzw. Besuchsrecht
- Regelungen zum Mehr- und Sonderbedarf für die gemeinsamen Kinder
- Entgültige Zuordnung der Ehewohnung/gemeinsame Immobilie und der Haushaltsgegenstände
- sonstige famillienrechtliche Ansprüche.

Trennungs- und Scheidungsvereinbarung

Ideal ist, wenn die Eheleute es schaffen, im Vorfeld vor der Scheidung München diese Scheidungsfolgen einvernehmlich zu regeln. Das ist regelmäßig nicht nur kostengünstiger, sondern wirkt sich auch positiv auf das Verhältnis aller zueinander aus. Aus diesem Grund versuchen wir schon frühzeitig, auf eine Trennungs- und Scheidungsvereinbarung hinzuwirken, bevor sich die Fronten durch langjährige und kostenintensive Streitereien verhärtet haben. In ca. 80 % aller Trennungs- und Scheidungsfälle erreichen wir dies auch erfreulicherweise.

Die geschlossene Vereinbarung zwischen den Eheleuten kann entweder notariell beurkundet oder im Scheidungstermin protokolliert werden.

Durchführung des Versorgungsausgleichs

Sobald der Scheidungsantrag bei Gericht eingegangen ist, wird von Amts wegen der Versorgungsausgleich durchgeführt, sofern sich die Eheleute nicht darauf verständigt haben, dass dieser ausgeschlossen wird, was unter bestimmten Voraussetzungen zulässig ist.

Beim Versorgungsausgleich werden alle während der Ehezeit erwirtschafteten Rentenanwartschaften, sofen sie ausgleichsreif sind, geteilt. Aus diesem Grund müssen Sie zunächst einen Fragebogen vom Gericht ausfüllen und alle Versorgungsträger angeben. Die Auskunft holt dann das Gericht ein, was das Scheidungsverfahren zwischen 3 bis 6 Monate verzögern kann. Wenn es zu lange dauert, besteht die Möglichkeit, den Versorgungsausgleich von dem Scheidungsverfahren abzutrennen, damit der Scheidungsausspruch schneller möglich wird.

Scheidungstermin – Anhörung der Eheleute über das Scheitern der Ehe

Sobald die Auskünfte der Versorgungsträger vollständig vorliegen, wird das Gericht zum Scheidungstermin laden. Die Ladung erfolgt regelmäßig ca. 3 Wochen vor dem bestimmten Termin, damit man noch die Möglichkeit hat, Folgesachen anhängig zu machen. Diese müssen nämlich zwei Wochen vor dem Haupttermin anhängig gemacht werden. Ziel des Gesetzgebers war auch hier, dass eine Scheidung nicht ewig hingezögert werden kann.

Im Scheidungstermin hört das Gericht die Eheleute persönlich an, warum sie nicht mehr an der Ehe festhalten wollen. Des Weiteren wird jeder gefragt, seit wann die Trennung besteht, damit sichergestellt ist, dass das gesetzlich vorgeschriebene Trennungsjahr auch eingehalten worden ist.

Erst dann ist der Scheidungsausspruch möglich. Hierzu wird kurz die Öffentlichkeit der Sitzung hergestellt.

Rechtskräftige Scheidung bereits im Scheidungstermin

Wenn Sie noch am gleichen Tag rechtskräftig geschieden werden wollen, ist dies durch Verzicht auf Rechtsmittel gegen den Scheidungsausspruch möglich. Hierfür benötigt jeder Ehegatte einen Anwalt aus formellen Gründen.

Ab Rechtskraft  ist eine Neuverheiratung wieder möglich.

Kosten der Scheidung

Das Gericht ermittelt den Gegenstandswert der Scheidung und der darüber hinaus ggfs. noch geregelten Folgesachen. Aus diesen werden sowohl die Gerichtskosten und als auch die Anwaltsgebühren berechnet.

Jeder trägt seine Anwaltskosten selbst, die Gerichtskosten werden geteilt.

Bitte beachten Sie, dass es in jedem Fall eigene Gestaltungsmöglichkeiten gibt, z.B. wann es für Sie am günstigsten ist, den Scheidungsantrag einzureichen, wer den Scheidungsantrag einreicht, ob die Scheidung nur mit einem Anwalt möglich ist, ob eine notarielle Scheidungsvereinbarung sinnvoll oder eine Protokollierung bei Gericht reicht und vieles mehr.



 

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SYLVETTE WESTENDORP
Fachanwältin für Familienrecht
Rechtsanwältin und Mediatorin

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