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In der rechtlichen Terminologie ist strikt zwischen dem elterlichen Sorgerecht und dem Umgangsrecht zu unterschieden.

Sind Sie sich einig, dass Ihre Kinder bei dem anderen Elternteil leben oder haben Sie nicht das Aufenthaltsbestimmungsrecht/Sorgerecht für das Kind, so haben Sie dennoch und unabhängig davon ein Umgangs- und Besuchsrecht mit dem Kind, bzw. den Kindern. Dadurch soll eine Entfremdung zwischen Kind- und Elternteil verhindert werden und den tatsächlichen Bedürfnissen nach Bindung Rechnung getragen werden.

Ein solches Umgangs- und Besuchsrecht steht übrigens auch den Großeltern zu und neuerdings auch den leiblichen, aber nicht rechtlichen Vätern.Es gibt keine Vorgabe über die Dauer und Häufigkeit des Umgangsrechts, sondern nur das Recht als solches ist im Gesetz verankert. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass das Umgangsrecht mit gemeinsamen Kleinkindern häufiger und dafür kürzer angesetzt wird - oftmals auch noch nicht mit Übernachtungen - , bei Schulkindern hingegen hat sich die Übung bewährt, den Umgang jedes zweite Wochenende und für die Hälfte der Ferien anzusetzen.

Das Umgangs- bzw. Besuchsrecht sieht vor, dass der Umgangsberechtigte das Kind abholt und wieder nach Hause bringt. Dafür wird ihm im Rahmen einer bestehenden Unterhaltsverpflichtung die Hälfte des Kindergeldes "gutgeschrieben". Bei großen Entfernungen kann der andere Elternteil noch zusätzlich dazu verpflichtet werden, aktiv daran mitzuwirken, dass der Umgang möglich wird (z.B: Beteiligung an den Fahrtkosten; Bringen zum und Abholen vom Flughafen etc.). Er hat sich also unter Umständen des Einzelfalles an den Umgangskosten zu beteiligen.

Verweigerung und Einschränkung des Umgangsrechts durch den anderen Elternteil

Leider erleben wir in der Praxis sehr oft, dass der Elternteil, bei dem das Kind bzw. die Kinder leben, den Umgang verweigert, um Druck auf den anderen Elternteil auszuüben (z.B. wenn nicht genug oder regelmäßig Unterhalt gezahlt wird; weil der neue Partner nicht passt; aus noch nicht verarbeiteter Verletztheit heraus oder Nichtloslassenkönnen des Kindes usw.). Diesem Zustand kann man entgegenwirken, indem schnellstmöglich ein gerichtliches Umgangsverfahren anhängig gemacht wird – außergerichtlich Verhandeln führt selten zum Erfolg. Oberstes Ziel ist dabei, einer Entfremdung auf jeden Fall entgegenzuwirken, die schneller als vorstellbar eintreten kann, darum ist hier schnelles Tätigwerden dringend erforderlich. Deswegen gibt es bei den Gerichten ein besonderes Eilverfahren für betroffene Elternteile, um schnelle Hilfe herbeizuführen. Lesen Sie hierzu auch den Leitfaden unter Downloads "Leitfaden zum Münchner Modell". 

Erfahrungsgemäß gibt es nach einer gerichtlich festgelegten Umgangsvereinbarung keine Probleme mehr mit dem Umgang. Die Androhung von gerichtlichen Zwangsmitteln hat hier durchaus seine Wirkung. Darüber hinaus ordnet das Gericht oftmals noch begleitend Elterngespräche an, um ein weiteres Korrektiv einzurichten.



 

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